Zukunftspotenzial für das Feinschneiden


Technologie

Wie lässt sich das Feinschneiden weiter optimieren? Antworten in Form von intelligenten Lösungsideen erhielten die Teilnehmer der Feintool Technologietagung in Biel. Inhaltlich widmete sich die Veranstaltung insbesondere den Möglichkeiten, einzelne Komponenten von Feinschneidanlagen zu verbessern und aufeinander abzustimmen und damit den wirtschaftlich Erfolg zu steigern.

Markus Schaltegger, Feintool Segmentleiter Fineblanking Technology, erläuterte zu Beginn die Innovationsfelder, die Feintool bearbeitet. Dazu gehören insbesondere intelligente Werkzeuge, die mit der Presse, mit dem Unterhalt oder der Logistik digital „kommunizieren“, um die Standzeiten der Werkzeuge zu erhöhen und deren Wartung zu optimieren. Neue Applikationsmöglichkeiten für das Feinschneiden sollen auch durch den Einsatz zusätzliche Vernetzung einzelner Prozessschritte genutzt werden.

Eine grosse Bedeutung kommt dabei dem Räumsystem der Feinschneidanlage zu - insbesondere bei hohen Taktzahlen. Das Ausblasen der Teile werde heute immer mehr abgelöst durch in das Maschinenkonzept integrierte Räumsysteme. „Feintool bietet dafür Lösungen aus dem Baukasten für alle Pressentypen“, erklärte Andreas Walther, Entwicklungsleiter Pressen & Anlagen. Bei Feintool würden Werkzeuge künftig noch konsequenter für das Räumen konzipiert und Räumer-Antriebssysteme konsequent in die Presse integriert.

Mit durchdachten Werkzeugkonzepten erweitert Feintool immer wieder die Grenzen des Feinschneides. Das machte Jens-Uwe Karl, Leiter Werkzeugtechnologie, an konkreten Beispielen deutlich. Höhere Schwierigkeitsgrade und Teilkomplexität verbunden mit dem Eliminieren unerwünschter Nebeneffekte führten zu immer neuen Feinschneid-Möglichkeiten. Durch weniger Folgeoperationen, reduziertem Materialverbrauch und eine höhere Produktivität wirke sich das passende Werkzeug auch wirtschaftlich positiv aus.

Christian Maurer, Leiter Werkstofftechnik, gab einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen zur Optimierung der Werkstoffauswahl beim Feinschneiden. Spannungen, Druckbelastungen und Verschleiss seien eine Herausforderungen für die Werkzeuge und deren Standzeit. Durch entsprechende Materialauswahl, Wärmebehandlungen oder Verschleissschutz können optimale Werkstoffe hergestellt werden. Dazu arbeitet Feintool in speziellen Forschungsprojekten mit Hochschulen und Herstellern zusammen. So etwa auch mit der Firma Gerber Maschinenbau, deren Verkaufsleiter das Bürstenverfahren des Unternehmens vorstellte, mit dem Werkzeugelemente optimiert werden können.

Mit dem digitalen Analysetool FEINmonitoring ist Feintool der Schritt in die Industrie 4.0 gelungen. Fabrice Seite, Leiter Global Services, stellte FEINmonitoring und dessen Möglichkeiten  anhand von zwei Kundenbeispielen vor. Die permanente Erhebung und Weiterleitung von relevanten Daten der Feinschneidpresse erlaubten dem Nutzer in Zusammenarbeit mit Feintool Spezialisten optimale Wartungszyklen und eine Verbesserung der Performance der Anlage.

Andreas Feuerhack vom Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen entwarf schliesslich ein spannendes Zukunftsszenario, wie die fortschreitende Digitalisierung und das „Internet of Production“ auch dem Feinschneiden einen massiven Entwicklungsschub geben kann.