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Taumel-Technologie

Für Werkstücke von hoher Mass- und Formgenaigkeit

Grundlagen

Bei den Verfahren der Massivumformung, zu denen auch das Taumelpressengehört, werden die Teile meist in einem oder mehreren Schritten umgeformt. Heute wird allgemein die Kaltumformung - d.h. Stauchen oder Fliesspressen ohne vorheriges Erwärmen der Rohteile - angestrebt.

 

Gründe dafür:

  • Wegfall einer Erwärmungseinrichtung und der damit verbundenen Wärmeenergie
  • Höhere Festigkeit der erzeugten Werkstücke
  • Verbesserung von Genauigkeit und Oberflächengüte

Beim Fliesspressen erschwert die Reibung an den Gesenkflächen den radialen Werkstofffluss. Die Spannung (Flächenpressung) ist im Zentrum des Werkstücks am grössten und nimmt gegen den freien Rand ab. Die maximale Spannung (σ max) liegt umso höher, je grösser die Reibung ist. Sie kann beim konventionellen Fliesspressen ein Mehrfaches der Fliessspannung (σ F) erreichen.

 

Während beim Fliesspressen die Umformkraft gleichzeitig auf die ganze Werkstückoberfläche wirkt, wird beim Taumelpressen nur auf eine Teilfläche Kraft ausgeübt. Das taumelnde Obergesenk wird auf dem Werkstück abgewälzt. Die Reibung ist daher gering, und der Werkstoff fliesst ohne grossen Widerstand in radialer Richtung (Roll-Gleitreibung statt nur Gleitreibung).

 

Die maximal auftretende Spannung (σ max) überschreitet nur unwesentlich die Fliessspannung (σ F) des Werkstoffs.Durch die kleinere Kontaktfläche und die günstigeren Reibungsverhältnisse ist die Umformkraft (F) beim Taumelpressen wesentlich kleiner (bis 10-mal) als beim konventionellen Fliesspressen.

 

Vorteile des Taumelpressens:

  • kleinere Pressen
  • geringere Gesenkbelastung
  • höhere Standmengen
  • geringere Lärmentwicklung und Vibrationen
  • zurück
Unterschied konventionelles Pressen zu Taumelpressen

Der Rohling wird zwischen Ober- und Untergesenk umgeformt. Das Obergesenk führt eine taumelnde Bewegung aus. Die Umformkraft konzentriert sich somit auf eine Teilfläche des Werkstückes. Die Druckzone verlagert sich über die ganze Werkstückoberfläche und bewirkt dadurch die Umformung. Eine Rotation des Obergesenkes findet dabei nicht statt.

y = Taumelwinkel

1 = Rohteil

2 = Fertigteil

3 = Obergesenk

4 = Untergesenk

5 = Ausstosser